Aktuelles: (Für nähere Infos bitte klicken!)
Stolperschwelle - Gunter Deming

Seit dem 25. September ist die Stolperschwelle des Künstlers Gunter Deming in Husum in Gedenken der Zwangsarbeiter aus dem KZ-Außenlager Husum-Schwesing verlegt. klicken für mehr Info.

Aktuelle Termine:

Hier die nächsten Termine von Veranstaltungen der LAGSH. Bitte, merken Sie sich diese Termine vor und richten Sie ggf. Ihre Planung von eigenen Veranstaltungen danach aus.

Mo., 10.12. KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
Veranstaltung zu landesweiten Aktionstag 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. LAGSH-Aktionstag 10. Dezember 2018 Veranstaltungsübersicht

Di., 11.12.2018 um 19:30 Uhr (KinoCenter Husum)
Aus selben Anlass zeigt der Filmklub Husum „Die Mörder sind unter uns” (Regie W. Staudte, D 1946 mit Hildegard Knef)

12. Januar 2019, KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, 11.00 Uhr:
Außerordentliche Mitgliederversammlung zu Anträgen auf Satzungsänderungen

So., 27. Januar, 11.30 Uhr Holocaust-Gedenktag 2019
Eröffnung der Ausstellung im Kreishaus Husum

9. März 2019, Kiel (Ort N.N.), 11.00 Uhr:
Reguläre Mitgliederversammlung, turnusmäßige Neuwahlen

15./16. März 2019 Fachtagung Aussenlager

Mai 2019, Kiel (genaues Datum und Veranstaltungsort noch nicht bekannt)
Eintägiger Workshop zum Thema "Friedenspolitik / Aufgaben der Gedenkstätten und LAGSH" (Arbeitstitel)

Juni 2019 (genauer Termin noch nicht bekannt):
Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme und zum neu entstehenden Gedenkort Hamburger Bahnhof.
Zu allen Veranstaltungen erhalten Sie zu gegebener Zeit noch weitere Informationen und Einladungen.

Als Anhang zum DOWNLOAD Der aktuelle Newsletter (13/2018) der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten. Bitte klicken zum Herunterladen.

Ein Gespräch mit Angehörigen von Tamme Afmann

Bild Tamme Afmann

Am 13. November 1944 starb infolge des mörderisch harten Arbeitseinsatzes bei der Herstellung von Panzergräben Tamme Afman im KZ-Außenlager Husum-Schwesing. Er wurde 22 Jahre alt. Der junge Niederländer gehörte zu dem ersten großen Kontingent von Häftlingen, die im September 1944 aus Neuengamme nach Husum-Schwesing verbracht wurden.

Dieser Tage ist sein Neffe, Theo Afman aus Lelystad/Niederlande, dabei, das Leben seines Onkels zu dokumentieren und als Buch herauszubringen. Anlässlich seines Besuchs in Husum im November 2018 kontaktierte er auch den Freundeskreis-KZ-Gedenkstätte-Husum-Schwesing, auf Einladung der Vorsitzenden Maria Jepsen.

In einem zweistündigen Gespräch und Erfahrungsaustausch konnte Theo Afman viele Details aus dem Lagerleben schildern, vor allem zu den genaueren Umständen des Todes von Tamme Afman. So gilt es, in der Todesliste der 297 Häftlinge, Stand 2013, seinen Todestag auf einen Tag vorher festzulegen. Seine Mithäftlinge, die ihn vom Arbeitseinsatz ins Lager schleppten, verheimlichten seinen Tod über Nacht, um seine Brotration nicht verloren gehen zu lassen.

Das Ehepaar Afmann fand am Massengrab im Husumer Ostfriedhof, das die erste Gedenkstätte Husums für die KZ-Opfer war, auch eine Ablichtung aus dem Sterberegister mit dem Namen des Onkels. Nicht bekannt war den Mitgliedern des Freundeskreises auch, dass seine sterblichen Überreste in den 60er-Jahren nach Holland verbracht wurden. Da erinnert jetzt ein Grabstein in einer Gedenkanlage an sein Leben.

Foto: Tamme Afman, Quelle: Internet

Volkstrauertag 2018

Schwesing – 300 Stelen, für jeden Toten eine. Sie stehen wie mit hängenden Köpfen, vereinzelt, verzweifelt im Nirgendwo zwischen Schwesing und Husum. Sie erinnern an die 2500 Lagerinsassen des KZ-Außenlagers, das hier im September 1944 belegt wurde, 300 von ihnen starben an Hunger, Auszehrung, Misshandlung und unerträglicher Demütigung. Am Volkstrauertag gedachten ihrer Soldaten der Fliegerhorst-Kaserne Husum, Mitglieder des Freundeskreises KZ-Husum-Schwesing – unter ihnen Altbischöfin Maria Jepsen –, Kommunalpolitiker und die Kirchengemeinde.

Es ist wichtig, für seine Überzeugungen einzutreten
„Die Erinnerung ist eine moralische Verpflichtung gegenüber den Toten“, sagte Major Daniel Neuenhofen und weitete das Gedenken aus auf die Kriegsopfer – Männer, Frauen und Kinder – aller Nationen. Aus der Erinnerung erwachse die Mahnung, alles zu tun, damit derartiges sich nicht wiederholen könne, sich zu zeigen und nicht kopfschüttelnd in der Menge stehen zu bleiben. „Gerade im Moment ist es wichtig, aufzustehen und für seine Überzeugungen einzutreten.“

Volkstrauertag als mahnende Erinnerung
Der Volkstrauertag wird zwei Sonntage vor dem 1. Advent begangen – das ist der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres. Und wenngleich der Anlass ein staatlicher Gedenktag ist, nehmen sich die Kirchengemeinden in Nordfriesland dieses Anliegens an und gestalten seit vielen Jahren ihre Gottesdienste an diesem Tag als Friedens- und Mahngottesdienste. Gemeinsam mit den kommunalen Partnern nehmen sie an den Veranstaltungen und Kranzniederlegungen teil, die anschließend an den Gedenktafeln für die Gefallenen stattfinden. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellt seit langem die Opfer von Krieg und Gewalt aller Nationen in den Mittelpunkt des Gedenkens.

Ich bete an die Macht der Liebe
In der Schwesinger Kirche kamen Vertreter der Bundeswehr, eine Abordnung der Feuerwehr und der Kommunalgemeinde waren zum Gottesdienst zusammen. Pastor Jürgen Kaphengst hielt die Predigt, sein Thema waren Verfolgungssituationen, denen sich Christen heute weltweit ausgesetzt sehen. „Ich bete an die Macht der Liebe“ – eine einzelne Trompete spielte dieses anrührende Stück auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und fasste ohne Worte zusammen, was alle bewegte: Dass Hass und Gewalt dort keine Chance haben, wo Liebe regiert und Menschen füreinander statt gegeneinander einstehen.

Quelle: Kirchenkreis Nordfriesland